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Diakon Roland Huppmann berichtete im "Heinrichsblatt" über die Seniorenarbeit in Sankt Benedikt während der Corona-Pandemie:

14 SENIORENBRIEFE UND 10 TELEFONKETTEN
 
Bayreuth. Die katholische Filialkirchengemeinden hat in den 29 Jahren ihres Bestehens immer großen Wert gelegt auf die Seniorenarbeit, da das Gemeindegebiet aus 51 Dörfern und Gehöften besteht. Es zieht sich auch weit in die Oberpfalz hinaus über Seybothenreuth in Richtung Speichersdorf und Weiden.
 
Mit Unterstützung des Bonifatiuswerks konnte immer wieder die Möglichkeit eines Boni-Busses genutzt werden, mit dem gerade ältere Mitchristen zu den Gottesdiensten nach St. Benedikt gebracht werden konnten, da sich im gleichen Pfarrgebiet 5 evangelische Kirchengemeinden in der ländlichen Umgebung befinden.
 
Die Seniorenarbeit war immer ein wichtiger Pfeiler im Gemeindeleben von St. Benedikt. 70 Senioren kamen nunmehr über fast 3 Jahrzehnte regelmäßig alle 14 Tage zu den Seniorentreffen. Ein großer Helferkreis mit bis zu 18 Helfern unterstützte die Kaffeerunden und thematischen Nachmittage, sorgte für Fahrdienste und sonstige Hilfsleistungen und Besorgungen. Ein wirklich gutes Beispiel für gute Integration der älteren Gemeindemitglieder und vieler Senioren, die zwar in anderen Kirchengebieten wohnten, aber dennoch gerne und regelmäßig zu musikalischen Nachmittagen, Faschings- und Adventsfeiern, Ehejubiläen und Jubelgeburtstagen mit ansprechendem Jahresprogramm nach St. Benedikt im Ortsteil Aichig-Grunau am Rande von Bayreuth kamen.
 
Mitte März 2020 kam dann der erste Lockdown und mit einem Mal war Schluss mit Treffen in großer Runde. Es fanden zwar immer wieder Versuche statt, zu Gedenkgottesdiensten für die Verstorbenen des Seniorenkreises in die Kirche einzuladen unter Einhaltung der "AHA+L" - Regeln, spezielle Kreuzwegandachten und Maiandachten für Senioren wurden von den Magdalenenordensschwestern angeboten. Aber das gesellige Leben kam vor 14 Monaten vollständig im Seniorenbereich zum Erliegen. Dazu erhöhte sich die Sterberate bedingt durch Corona erheblich. Waren es 2018 und 2019 je 4 Senioren aus dem Kreis, die zu Grabe getragen wurden, kam Diakon Huppmann 2020 bereits auf 15 Beerdigungen im gleichen Zeitraum, - nur auf den inneren Kreis dieses Seniorentreffs bezogen mit älteren Menschen aus diesem Kreis, die direkt an Corona  oder bedingt durch die damit verbundenen Einschränkungen in Krankenhäusern und Altenheimen verstarben.
 
Dank dem hochengagierten Seniorenkreis-Leiter Axel Sachs, unterstützt von den Magdalenenschwestern Sr. Marianna und Sr. Stanislawa, Pfarrsekretärin Tanja Altenburger und 10 emsigen Helferinnen wurde bereits 2 Wochen nach dem ersten Lockdown Anfang April 2020 die Inititative gestartet, monatlich einen Seniorenbrief mit 6 Seiten zu verfassen. Nachrichten aus dem Gemeindeleben, Tipps und Anregungen, Andachten und Gebete, Bilder und Fotos, Ratschläge und Vorschläge für die Corona-bedingte Situation zuhause wurden so Monat für Monat neu zusammengestellt. An Weihnachten und Ostern gab es dann größere Pakete für die 70 Senioren, die regelmäßig 1 x im Monat diese Post bekommen. Die Nachfrage war so groß, dass 15 weitere Exemplare nun auch immer im Foyer von St. Benedikt ausliegen und an weitere Senioren ausgeteilt werden, die noch nicht im Adressregister des Seniorentreffs St. Benedikt stehen.
Wer hätte damals im Frühjahr 2020 gedacht, dass wir inzwischen den 14. Seniorenbrief verfasst haben, 14 Monate lang wurde versucht, die Kontakte nicht abbrechen zu lassen.
 
Dazu wurden die Krankenkommunionbesuche erweitert im ganzen Gemeindegebiet, vor allem durch Sr. Marianna, die nun auch an jedem Herz Jesu-Freitag, also jeweils am 1. Freitag im Monat 2-3 Stunden unterwegs ist, um zu einigen der Senioren nun auch regelmäßig die Heilige Kommunion nach Hause zu bringen. Rainer Breitenbach, selbst ein aus Altersgründen im Pfarrgemeinderat ausgeschiedener Senior, entwickelte mit Beginn der Pandemie den Eifer, über die Homepage von St. Benedikt ein spezielles Seniorenprogramm für vielen Adress- und Ratgeberseiten zusammenzustellen. Er trug auch akribisch alle medialen Gottesdienstangebote zusammen mit genauen Terminangaben und richtete zusätlich zwei You Tube-Kanäle für St. Benedikt ein, über die von Gemeindemitgliedern gestaltete Andachten, ökumenische Kreuzwege oder auch Kindervideos, die im Gemeindegebiet gedreht wurden, eine noch breitetere Öffentlichkeit finden und so auch die Senioren zuhause erreichen konnte.
 
Und ein besonderer Service hat sich durch den großen Helferkreis des Seniorentreffs aufrechterhalten lassen. Es wurde bereits im März 2020 eine Telefonkette eingerichtet. Von den 18 Helferinnen und Helfern waren 10 bereit, alle 14 Tage an den Montagen, an denen sonst der Seniorentreff gewesen wäre, über Telefonate bei jeweils 7-9 älteren Gemeindemitgliedern nachzufragen, wie es ihnen geht, Hilfe anzubieten und überhaupt Kontakt über ein Telefongespräch mit ihnen zu halten. Aus den anfänglich 10-15-minütigen Anrufen wurden inzwischen oft 30-40-minütige Gespräche, ein Zeichen dafür, wie sehr gerade ältere Menschen nach 14 Monaten Corona-Beschränkungen die persönliche Ansprache vermissen. Aber die Helferinnen und Helfer sagen übereinstimmend, dass dieses Engagement auch ihnen persönlich viel bedeutet und sie dabei spüren, was konkretes Christsein bedeutet, - auch wenn es nur über den Telefonhörer geschieht.